Samstag, 30. April 2011

Osterausflug 2011

Dieses Ostern war ein langes Wochenende fuer uns hier; Karfreitag bis einschliesslich Osterdienstag war frei und diese Gelegenheit liessen wir uns natuerlich nicht entgehn, um endlich wieder mal mehr von West Australien zu sehn.


Freitag 3:30 morgens gings los rauf in den Norden, 900km bis nach Carnarvon, der erste Zwischenstopp unserer Reise. Carnarvon selber ist jetzt nicht extrem aufregend und war ziemlich ruhig und relaxt. Bekannt ist die 'Stadt' vorallem fuer seine Obst und Gemueseplantagen - Carnarvon erzeugt 70% des Gemuesebedarfs von WA. Ausserdem ists dort ein Fischerparadies, und so gabs als erstes Mittagessen gleich mal eine Fischplatte mit Muscheln, Shrimps, Tintenfisch und allem; sehr gut! Am naechsten Tag gings noch auf die One-Mile-Jetty, einer der laengsten Stege in WA - gleich nach der Busselton Jetty - und dann haben wir uns wieder auf den Weg gemacht um noch weiter in den Norden nach Coral Bay ans Ningaloo Reef zu fahren.

Das Ningaloo Reef ist im Endeffekt das Great Barrier Reef (GBR) von West-Australien, etwas kleiner als das GBR, dafuer aber noch viel unberuehrter und schoener. Die meisten Leute kennen dieses Korallenriff gar nicht und so gibts auch viel weniger Touristen, die das Atoll verschmutzen und zerstoren koennten. Das besondere an diesem Atoll ist vorallem, dass man nicht vorher mit dem Boot rausfahrn muss um es zu sehn, denn es liegt nur wenige Meter vom Strand entfernt.



Man kann das auf obigem Foto sehr gut sehn; dort wo das Wasser dunkel ist faengt schon das Korallenriff an und man braucht nur ein paar Meter ins Wasser waten (ist ganz seicht man kann fast immer stehn) und man ist schon dort und kann herrlich schnorcheln und bunte Fische beobachten. Und - was fuer mich besonders toll war - das Wasser ist so warm und angenehm, ein Wahnsinn, wie im Paradies. Der Ort Coral Bay selber ist im Endeffekt nur eine Strasse mit einem grossen Campingplatz und einem kleinen Hotel und Pub. Wir waeren ja gern dort ueber Nacht geblieben, aber ueber Ostern war nicht mal ein Stellplatz fuer ein Zelt zu kriegen. So haben wir den Strand und das Schnorcheln ausgiebig genossen und sind dann wieder zurueck nach Carnarvon, sind ja eh nur 250km - in Australischen Verhaeltnissen ist das ja gar nix.

Am naechsten Tag, Sonntag, gings dann wieder etwas runter in den Sueden in die Shark Bay Area, das zum Welt-Natur-Erbe erklaert wurde. Erste Zwischenstation war Hamelin Pool and dem man Stromatoliten sehen konnte. Wer sich an einen frueheren Blogeintrag erinnert, diese Stromatoliten gibts auch ein wenig suedlich von Perth am Lake Preston; Stromatolithen sind einige der aeltesten Lebensformen auf der Erde; die warn fuer die Bildung von Sauerstoff verantwortlich, wodurch sich dann Leben auf der Erde entwickeln konnte. In diesem Urozeon vor Millionen von Jahren gabs ganz viele Stromatoliten, heute gibts nur noch ganz wenige, und einige davon hier in WA.

Weiter gings an den Shell Beach, der zur Gaenze aus kleine Weissen Muscheln besteht, die 'erst' vor ein paar 1000 Jahren hier angeschwemmt wurden. Teilweise ist diese Muschelschicht 10m dick, und die fruehen Siedler in dieser Gegend haben sogar Muschel-Ziegel hier abgebaut um Haeuser zu baun. Voellig verschwitzt vom vielen Autofahrn haben wir uns natuerlich gleich mal in die 'Fluten' gestuerzt. Das Wasser ist hier so salzhaltig, dass man aehnlich wie am Toten Meer sehr schwer untergeht, war lustig.


Abgekuehlt (eigentlich nicht wirklich, da das Wasser ziemlich warm war) gings dann an den Aussichtspunkt Eagle Bluff. Von dieser Klippe hat man eine wunderschoene Aussicht aufs Meer und auf die unten in der Bucht schwimmenden Haie. Man kann an guten Tagen auch Delphine und Mantas sehen, uns haben sich nur die Haie gezeit, hat auch genuegt. In diesem Moment ist mir dann auch bewusst geworden, dass Shark Bay sicher nicht umsonst Shark Bay, also Hai-Bucht heisst, wodurch mir beim schwimmen dann immer a bissal mulmig war :)

Endpunkt der Tagesetappe war Denham, ein kleiner Ort beliebt wiedermal vorallem bei Fischern. Auf der sonst ziemlich einsamen Strecke von Perth hier herauf war aufgrund der Osterferien extrem viel Verkehr. Vorallem Wohnwagen und Autos mit Bootanhaenger waren zu hunderten unterwegs, wir haetten vielleicht mitzaehlen sollen, wieviel wir ueberholt haben. Die Shark Bay Area ist so beliebt bei Fischern da es hier massenhaft gute Angelplatze gibt und die Gegend noch ziemlich unberuehrt ist. An der Strandpromendate stehen unzaehlige Tische die fuers Ausnehmen der Fische vorgesehn sind. Da stehn dann abends die Maenner und putzen und schuppen was das Zeug haelt. Haben einige tolle Fisch-Exemplare gesehn, teilweise riiiiesig, da laeuft einem dann immer gleich das Wasser im Mund zusammen :)

Am Montag hiess es dann frueh aufstehn, denn um 7:30 werden im 30km entfernten Monkey Mia 'wilde' Delphine gefuettert. Wir haben uns ja nicht wirklich viel erhofft vom ganzen Spektakel, und wie erwartet war das ganze eigentlich mehr Show als irgendwas. Da ja Ostern war, warn hier auch ca. 400-500 Leute die am Strand auf die Delphine gewartet haben. Man kann sich also vorstellen, wieviel wir gesehn haben. Stefan taugen so Draengeleien ja, mir ist das schnell zu bloed geworden und hab mich auf den daneben liegenden Steg gesetzt um das ganze mit etwas Abstand zu beobachten. Hier standen zwar auch sicher 100 Leute, aber man hat zumindest besser gesehn und keiner hat umeinand gedraengelt. Von den vielen Leuten werden dann immer 4-5 ausgesucht, die dann einen Delphin fuettern duerfen und zu unserer Ueberraschung haben sie doch tatsaechlich Stefan ausgewaehlt! Der durfte dann einen glitschigen Fisch nehmen und ihn Flipper hinhalten. Foto gibts keines da ich ja nicht dort war zum fotografieren.



Viel mehr als die Fuetterung hat uns dann aber unser Nachmittags-Programm gefallen. Da sind wir mit einem grossen Katamaran raus aufs Meer gefahren und da gabs dann wirklich echte Delphin-Interaction; sie sind neben oder vor dem Boot dahingeschwommen, teilweise ganze Clans mit Babys, das war schon super. In Shark Bay lebt auch die weltweit groesste Kolonie an Seekuehen, Dugongs; das sind ganz scheue Tiere und es wird gemunkelt, dass Seekuehe fuer den Meerjungfrauen-Mythos verantwortlich waren, da sie von Seemaennern, die schon zu lange ohne Frauen auf See waren fuer eben diese gehalten wurden. Aeusserliche Aehnlichkeiten bestehn nicht wirklich, aber man koennt es sich trotzdem schon irgendwie vorstellen :) Jedenfalls haben wir auch nach solchen Dugongs Ausschau gehalten, aber leider kein Glueck gehabt. Anscheinend war das Wasser schon zu kalt, wodurch sich die meisten Dugongs schon in waermere Gewaesser zurueckgezogen haetten. Dafuer haben wir auf dem Rueckweg noch eine riesige Meeresschildkroete gesehn; war toll.

Auf dem Boot konnte man auch 'Boomnetten', das heisst man konnte sich in Netze am Heck des Katamarans legen und durch das Fahrtwasser war das dann wie im Whirlpool. War sehr lustig. Die typischen Katamaran-Netze zum relaxen habs natuerlich auch, sehr gemuetlich :)

Inkludiert in der Fahrt war auch der Besuch einer schwimmenden Perlen-Farm; war im Endeffekt ein Hausboot, das mittens auf dem Meer schwimmt, umgeben von den Netzen in denen die Muscheln ihre Perlen entwickeln. Jamie, der Perlenfarmer hat uns alles erklaert, was es ueber die Perlenzucht so zu wissen gibt. ZB ist das gar nicht wahr, dass sich eine Perle um ein Sandkorn bildet, das ist viel komplizierter, werd das hier aber nicht wiederholen. Einfach selber nach Shark Bay kommen und nachfragen :) War jedenfalls sehr interessant, und wirklich sehr schoene Perlen, zum kaufen aber leider zu teuer.

Das Segeln hat uns dann so gefallen, dass wir gleich noch einen 2 stuendige Twilight-Segel-Turn drangehaengt haben. War sehr gemuetlich.

Dann am Dienstag gings noch schnell ins Shark Bay Museum, ein neues, sehr modernes und wirklich interessantes Museum ueber die Gegend. Wir haben dann beschlossen, dass das sicher nicht unser letzter Besuch hier sein wird. Auf Dirk Hartog Island (Teil von Shak Bay) gibts zB ein kleines Camp, in dem man uebernachten kann. Die Besitzer zeigen einem dann die Insel, man macht 4WD Touren, geht Fischen, etc. Bzw rauf ans Ningaloo Reef wollen wir natuerlich auch nochmal. Wir haben ja erst einen kleinen Teil davon gesehn. Um diese Jahreszeit (Maerz bis Juli) koennte man zB mit den Walhaien schwimmen/tauchen gehn; das sind die groessten Fische der Welt, aber vollkommen harmlos, fressen nur Plakton. Muss gaaaaanz toll sein. Ein Tauerparadies ist das Ningaloo Reef ja sowieso, deswegen steht das bei uns ja eh ziemlich oben auf unserer To-Do Liste.

Damit wir heuer noch zum Tauchen kommen (wir warn heuer zu beschaeftigt mit dem Golfen), werden wir wenn wir von Oesterreich wieder zurueck nach Perth fliegen einen kleinen Zwischenstopp in Mauritius einlegen. Ja, ja, wir sehn eure Muender offen stehn, da koennt ihr ruhig neidisch sein :)

Aber vorher freun wir uns mal auf unseren Oesterreich Besuch, der sicher wieder viel zu schnell vergehn wird. Bis bald!!

Sonntag, 24. April 2011

Blues'n'Roots Festival 2011

Nachdem wir uns diesen Festivalsommer bisher sehr ruhig verhalten haben, kam es nun doch noch zu einem Auftritt auf einem der vielen Festivals in Perth. Wir haben uns das Blues and Roots Festival ausgesucht. Hauptsaechlich weil sich eine alte Legende mit Bob Dylan angemeldet hat. Zusaetzlich trat Elvis Costello auf den man ja auch kennen koennte. Beide Kuenstler waren aber eher enttaeuschend fuer unseren Geschmack und wir haben neue, sehr gute Bands kennengelernt die uns viel mehr gefallen haben.

Speziell aber der letzte Act des Tages wurde zum Interessantesten. Grace Jones wurde spaeter als alle anderen nominiert. Und doch wurde sie zum I-Tuepfelchen, dem Sahnehaeuptchen des Festivals. Eine Powerfrau die nicht nur bei James Bond im Kino beeindruckt hat. Dass sie ein Internationales Topmodel war kann man selbst jetzt noch sehr gut sehen, wo sie doch schon ueber 60 ist.

Es waren sicher die meisten der 20,000 Fans bereits gegangen. Alle die noch ueber waren wurden von Grace Jones unterhalten. Beste Unterhaltung war das wirklich. Ihre Buehnenshow, Lichtshow und speziell die Kostueme, Huete, etc die sie zu jedem Lied gewechselt hat waren ein Wahnsinn. Ihre Leggins oder was immer das auch war erzeugte erstaunte Blicke aller uebergebliebenen Festivalbesucher, sah man doch viel mehr als eine Frau normalerweise zulassen will. Eventuell kann man das auf den Fotos ein bisschen sehen. Alle waren erstaunt und unglaeubig, dass uns Grace Jones so viel Einblick in ihren "Lady Garden" zeigt, wie man so schoen auf Englisch sagt.

Gesamteindruck: Sehr empfehlenswert.