Samstag, 16. Januar 2010

Afa -Australisch fuer Auslaender - Lektion 2

Heute lesen Sie den zweiten Teil unserer beliebten Reihe "Australisch fuer Urlauber und Zuwanderer". Dieses Mal wollen wir auch vermehrt auf die kulturellen Besonderheiten dieses Inselstaates eingehen.

Zuerst jedoch wieder ein paar Vokabeln fuer all die lernbegierigen zukuenftigen Urlauber:

arvo .. Nachmittag (Kurzform von afternoon, sehr gebraeuchlich)

dunny .. Plumpsklo

globe .. Gluehbirne (nicht zu verwechseln mit den in anderen anglo-amerikanischen Laendern gebraeuchlichen Vokabeln!)

bike .. Motorrad (nicht zu verwechseln mit..)

push bike .. Fahrrad

beamer .. BMW

Ta .. Danke (ausgesprochen[tah], aeusserst gebraeuchlich)

bogan .. Prolet

Um den Merkprozess zu vereinfachen noch ein paar naehere Erklaerungen dieser Vokablen (wobei wir auch gleich in den kulturellen Teil unseres heutigen Programms uebergehen):

Australier sind Spezialisten von Abkuerzungen und deswegen sind Woerter wie arvo und Ta sehr beliebt. Speziell dieses "Ta" bereitet Neuankoemmlingen oft lange Schwierigkeiten. Stellt euch vor ihr sollt ein kurzes Wort wie thanks noch mal abkuerzen und einfach zwei Buchstaben aneinander reihen. Ich habe am Anfang schon immer ein bisschen geschaut, wie sich Leute in der Arbeit mit diesem Winzlingswort fuer irgendeine Arbeit bedankt haben. Wenn man schon Probleme hat dieses Wort passiv aufzunehmen, dann ist es noch umso schwieriger, es selber auszusprechen und taeglich zu verwenden. Es konnte sich noch nicht wirklich in unserem Sprachgebrauch etablieren, obwohl es anscheinend zu Australien dazu gehoert.

Zum "beamer" ist noch zu sagen, dass der BMW das Ultimative fuer die Australier ist. Man hat es einfach geschafft wenn man mit einem beamer herumfaehrt, da geht nichts drueber! Oft ist es ja so, dass ein Land seine Lieblingsluxusmarke hat, hier ist es der BMW. In Subiaco glaube ich immer, dass es eigentlich der Porsche sein muss, weil so viele herumkurven. Der Jaguar ist ja bereits zu einem Mittelklassewagen verfallen, den kann sich ja heute jeder leisten ;-)
Wer was auf sich haelt, spart auf einen beamer, pasta.

Bei den Autonummernschildern ist den Australiern jeder Spielraum erlaubt. Alles darf man draufschreiben auf seine "rego" [redscho], wenn man zahlt. Marlene's Favorit ist immer noch eine totale Luxuskarre (einer Frau sei verzeiht, dass sie die Marke nicht erkannt oder gemerkt hat..) die sich mit dem Nummernschild "PAID CASH" schmueckt. Das ist fuer mich der ultimative westaustralische bogan (wie bei den Vokabeln schon erwaehnt - Lerneffekt!!). Die witzigsten Ideen haben da die Australier. Vielleicht werden wir wenn Alex hier ist uns ein bisschen mehr diesem Thema widmen und die kreativsten, im Februar gesehenen Nummernschilder, veroeffentlichen, das koennte eine gute Idee sein.
(Wer zum Teufel nimmt sich ein Nummernschild und schreibt "paid cash" drauf, unglaublich..)

Gestern bin ich mit Stefan fortgegangen in der Stadt, Marlene war mit Hannah (nicht Montana) aus Suedafrika in Subiaco unterwegs. Zum Dresscode beim Fortgehen ist Folgendes zu sagen: Fuer Maenner ziehrt sich ein Hemd immer, zur Zeit ist kurzaermelig erlaubt, und bitte nicht in die Hose stecken. In anderen Stadtteilen wie Northbridge, wo sich das Touristennachtleben abspielt, kann man auch weniger gestylt ausgehen. Aber sonst hat eigentlich fast jeder Mann ein Hemd an.

Fuer die Damen gibt es aber einen Dresscode, wenn man nicht als Auslaender auffallen will: Das Kleid ist ein Muss. Man findet (fast) keine Frau (und Maedel) beim Fortgehen ohne ein Kleid, egal welche Jahreszeit. Auch immer Winter zittern die Maedels mit ihrem stoffsparsamen Kleidchen vor den Lokalen in der Schlange. In einem Lokal gestern, wo auch getanzt wird , haben sich zwei Maedels als besonders tanzmotiviert erwiesen. Und die maennlichen Australier, freundlich wie sie sind, nehmen solche Einladungen gerne an. Jedoch hat sich ein Fehler eingeschlichen, der die Maenner etwas verunsichert hat. Die Maedels hatten beide eine Jeans an. Da sieht man sofort, das sind keine Australierinnen. Natuerlich machte sie das noch interessanter, wenn Exoten am Tanzparkett herumtollen. Unser Tipp, auch durch die blonden Haare, war Schweden, was dann auch gestimmt hat.

Also, liebe weibliche zukuenftige Besucherin, bitte das Kleidchen nicht vergessen, und die Maenner sollten nach Moeglichkeit einen BMW-Autoschluessel immer dabei haben, schadet nicht ;-)

Bis zum naechsten Mal wenn es wieder heisst "G'day mate, welcome to Australia"

cheers

Mittwoch, 13. Januar 2010

BREAKING NEWS

Gerade von meinem Morgenlauf zurück muss ich euch meine Freude sofort mitteilen. Ich laufe sehr oft am Morgen zu einem See, nur 1.2km von uns entfernt, wo ich meine Runden drehe. Dieser See ist überhäuft mit Tieren, tausenden Enten, hunderten schwarzen Schwänen, etc. (ehrlich, das kann Marlene bestätigen und mittlerweile auch Ilgi und Steffi).

Heute aber, kam das absolute Highlight. 43 Pelikane haben heute auf Lake Monger morgentlich gefrühstückt, welch ein Spektakel. Diese edlen Tiere sind ja nicht allzu oft anzutreffen und wenn doch, dann ist man von ihrer Eleganz, Größe und Schönheit einfach begeistert. Vor ein paar Monaten habe ich einmal 1 Pelikan gesehen, der sich gesonnt hat, da war ich schon ganz aus dem Häuschen. Ein paar Wochen später habe ich dann sogar zwei gesehen. Aber das heute war einmalig.

Sonntag, 10. Januar 2010

Sportwochenende

Dieses Wochenende haben Marlene und ich einen neuen persoenlichen Sportrekord aufgestellt. Wir haben fast 15 Stunden in den Sportarenen von Perth verbracht.

Am Freitag ging es los mit einem Basketballklassiker. Die Perth Wildcats, zur Zeit erster der Liga, haben es gegen die New Zealand Breakers aufgenommen, ein Titelfavorit erster Stunde. Gemeinsam mit unseren englischen Freunden Eddie und Phil und der neuseeländischen Freundin von Eddie, Kate ging es auf in den "Jungle", das Challenge Stadium. Das ausverkaufte Spiel wurde auch ein echter Thriller und die Wildcats haben um 4 Punkte gewonnen. Die Halle mit ca. 4000 Leuten kochte.


Am Samstag konnte ich es mir dann doch nicht nehmen lassen, Tickets fuer das Finale des Hopman Cups zu kaufen. Grossbritannien hat es doch glatt bis ins Finale geschafft und dort hat Spanien mit Tommy Robredo und Sanchez Martinez gewartet. Nachdem ich das Marlene nicht die ganzen fast 7 Stunden antun hab können, ist Stefan zu den beiden Einzeln mitgegangen und Marlene hat ihn dann zum entscheidenden Doppel abgeloest. Da hat doch glatt die junge Laura Robson die Spaniern geschlagen und Andy Murray hat gegen Robredo verloren. Am Ende hatten dann die Spanier das bessere Ende.

Insgesamt war ich über 7 Stunden im heissen Burswood Dome, das war dann auch genug für den Tag. Nach dem Basketballspiel am Freitag haben wir noch zu acht ein bisschen auf den Wildcats Sieg angestossen und das ist etwas länger und .. anstrengend .. geworden.

Heute Sonntag gings am Nachmittag zum Cricket. Für mich war das das erste live Cricketspiel überhaupt. Gottseidank hat mir Eddie ja schon vor ein paar Monaten die Regeln erklärt und ich bin mittlerweile "näher" an diesem fuer Normaleuropäer schwer begreifbarem Sport.

Westaustralien hat gegen Victoria gespielt in einem Twenty-Twenty Spiel. Jetzt weiter zu erklären würde wie bei jedem einzelnen Detail dieses Spiel jeden Blog, ja sogar jedes Buch, sprengen. Es war ein Kurzcricketspiel, das muss reichen. In 3 Stunden war alles vorbei. Normalerweise dauert ein Spiel ja mehrere Tage.

Die Australier haben es aber bereits nach 2 Stunden zu einem Alkoholspiegel geschafft, dass fast keiner mehr dem Spiel folgte sondern den ganzen Einlagen der anderen Zuschauer. Die "Wellle" ist da nur ein kleiner Teil, da werden Wasserbälle herumgeschossen, bis sie auf dem Spielfeld landen, leere Bierbecher aneinandergereiht bis sie über ein paar Meter lang sind, etc. Alles wird immer durch die Spielverderber unterbrochen, die "Securities". Für mich das Highlight war natürlich der Flitzer, der es über das ganze Spielfeld splitternackt geschafft hat. Die Zuschauer haben gejubelt, eine super Leistung.


Es war wieder mal ein tolles Wochenende hier in Perth. Wir sind schwer beschäftigt wie ihr sehen könnt.

Montag, 4. Januar 2010

Stefan beim Hopman Cup


2010 ist das Jahr des Tennis. Zumindest beginnen Marlene und ich dieses Jahr mit einem Tennisfeuerwerk und ihr werdet mit mindestens zwei Blogs zu diesem Thema bereits im Jaenner beglueckt.

Als eines der ersten Profiturniere des Jahres findet in Perth in der ersten Jaennerwoche der Hopman Cup statt. Dieses Jahr bereits zum 22. Mal. Der Hopman Cup ist ein Laendervergleichskampf wobei eine Frau und ein Mann fuer ein Land antreten und jeweils ein Einzel und dann ein Mixed Doppel spielen. Beruehmte Namen wie Steffi Graf und Michael Stich (1993), Boris Becker und Anke Huber (1995) oder Roger Federer und Martina Hingis (2001) haben dieses Turnier schon gewonnen.

Leider ist gerade die erste Jaennerwoche fuer mich recht unguenstig, da ein fleissiger Finanzer natuerlich am Jahresabschluss genug zu tun hat. Davon habe ich mich aber nicht ganz abhalten lassen und habe mir mit meinem Arbeitskollegen Stefan aus Graz Tickets besorgt fuer die Abendsession am heutigen Montag. Immerhin war da die Nummer 4 der Welt angesagt, Andy Murray. Das lasst sich schon sehen. Also haben wir uns das Match Grossbritannien gegen Kasachstan angeschaut.

Ehrlich gesagt haben wir gar nicht genau gewusst wie es ablaeuft. Ich habe mich zuvor noch reichlich mit Sonnencreme eingeschmiert, bevor die Matches dann doch in der Halle, im Burswood Dome abgehalten wurden, naja, schadet sicher nicht so sehr.. Beide aber haben wir gedacht wir werden bald wieder zuhause sein, nachdem wir uns nur ein Mixed-Doppelspiel erhofft haben. Nachdem aber unsere Karten um 20 Euro doch zuerst das Damenmatch Laura Robson gegen Yaroslava Shvedova, die Herrenpartie Andy Murray gegen Andre Golubev und das anschliessende Mixed Doppel wert waren, sind wir erst um halb zwoelf heimgekommen, nachdem es um halb 6 begonnen hat.

Spielerisch war das Damenmatch, tja.., halt eine Damenpartie. Die Herren und da natuerlich Andy Murray sind schon andere Kaliber und sportlich toll anzusehen. Das war schon super so nah dabei zu seien. Nach den beiden Einzeln ist es dann 1:1 gestanden und das Doppel musste entscheiden. Es wurde zu einem echten Klassiker und ein tolles Spiel das im 10 Point Tie Break im dritten Satz entschieden wurde. Leider hatte dann doch Grossbritannien die Oberhand behalten, obwohl ich brav fuer Kasachstan geschrien habe (die sind uns einfach kulturell naeher). Und ausserdem wohnen hier in Australien genuegend Insulaner aus Britannien, die wurden genug angefeuert. Es waren ein Haufen schottische Fahnen mit von der Partie, sehr interessant. Toll war auch, dass man so nah zu den Stars gekommen ist und so habe ich fuer euch diese Nahaufnahme von Andy gemacht (fuer alle richtigen Fans).

Marlene hat es auch recht gut gefallen.. dass mich Stefan begleitet hat und sie nicht mitgehen musste ;-) Obwohl als Einstimmung fuer die Australian Open, wo wir in zweieinhalb Wochen hinfliegen werden, waere es nicht schlecht gewesen.

Liebe Gruesse aus dem neuen Jahr auf der anderen Seite der Welt. Spezielle Gruesse natuerlich an Steffi und Ilgi, so schade dass ihr nicht dabei sein konntet, das haette euch vielleicht gefallen ;-P