Montag, 1. Dezember 2008

Wheatbelt-Ausflug

Nach einem langen Grillabend bei meinem Arbeitskollegen Harri und seiner Familie mit 2 Gästen aus Oesterreich haben wir es am Sonntag doch nicht so früh aus dem Bett geschafft wie geplant. Der Sonntagsausflug musste kurzfristig umgeplant werden.


Die Richtung blieb die gleiche, nur halt nicht so weit. Wir machten uns also auf den Weg Richtung Sydney, na ja, Richtung Osten halt ;-). Ca. 100km von Perth ist man bereits mitten im Wheatbelt, in der Ukraine von Westaustralien, dem Saskatchewan von Australien, etc. Hier befinden sich Getreidefelder über Getreidefelder, aber es wird ein bisschen anders gewirtschaftet als bei uns. Nachdem es nicht nur der kälteste November seit 1972 war (es hatte nie über 30 Grad) sondern auch der Trockenste, sah die Landschaft überhaupt nicht fruchtbar aus. Vollkommen ausgetrocknet, aber bereits zu Beginn des Sommers alles geerntet. Das heißt Getreide muss hier im Winter angebaut werden und wird dann im Frühjahr geerntet. Dann sind die Anbaubedingungen vergleichbar mit zuhause. Ein Foto zur Veranschaulichung (Wahnsinn, dass ich solche deutschen Worte noch rausbekomme nachdem mir nun schon immer wieder Wörter nur noch auf English einfallen):



Wir sind also bis nach York gedüst mit unserem neuen Flitzer. Auf der Landkarte sehen alle Städte dieser Größe schon relativ groß aus und man denkt sich, das kann gar nicht so klein sein, aber dabei wird man getäuscht. Lauter kleine Kaffs (=Kuhdörfer). Dort will ich nicht mal in einer Pension schlafen müssen, so fad wie das aussieht.


In York trifft sich sonntäglich die Motorradgemeinschaft von Western Australia. Auch ein Oldtimermuseum und viele Pubs sind hier beheimatet, deswegen macht es einen netten Ort um eine ruhige Zeit zu verbringen bei einem Bier im Gastgarten am Strassenrand und die vorbeifahrenden Motorräder zu bewundern.

Danach ging es weiter nach Northam, ein weiteres Stadtdorf im Wheatbelt. Da war doch wirklich was los, weil an diesem Tag ein Motorradevent angesagt war und die Stadt mit KTM-Banner zugehängt war (was mir natürlich sehr gefallen hat). Leider sind wir ein bisschen zu spät gekommen und die Veranstaltung ging schon dem Ende zu. Deswegen haben wir das Schauspiel dieses Supermoto nur von ausserhalb des Zauns bewundert. Es hat sich aber die Möglichkeit ergeben mit einem Hubschrauber die Umgebung zu erkunden, und diese Chance haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Bei einem 8 Minutenflug haben wir die Auswirkungen der „Erderwärmung“ (oder was immer wir gerade durchmachen) klar sehen können, alles vollkommen braun, grüne Flecken kaum zu sehen.



Am Rückweg sind wir auch noch an einem See vorbeigekommen der uns sehr an das Salzkammergut erinnert hat. Lake Leuschenaltia (toller Name, oder?). Nur dass die künstlich Sand aufgeschüttet haben am Strand, damit die Australier ihr Meeresstranderlebnis nicht vermissen müssen. Folgendes Foto könnte doch auch vom Attersee sein, oder?



Es war wieder mal ein toller und lehrreicher Ausflug, so kann es gerne weitergehen.

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