Samstag, 6. Februar 2010

Alex zu Besuch in Oz

Nach unserem Ausflug nach Melbourne ging es am Tag darauf gleich weiter. Um halb fuenf in der Frueh hiess es aufstehen fuer mich, weil Alex angekommen ist, juhu. Mein Bruder beurlaubt uns also jetzt fuer die naechsten fast 5 Wochen. Wobei er zwei davon an der Ostkueste verbringen wird.

Leider habe ich in der Arbeit aber noch eine Dienstreise nach Brisbane von Mittwoch Abend bis Freitag Abend gewonnen. Aber am Wochenende sind wir es dann sofort angegangen. Am Freitag ging es zuerst ins Gefaengnis. Im Fremantle Prison haben wir die Tunneltour gemacht. Fesch ausgeruestet wie ihr unten sehen koennt sind wir in die Tunnelsysteme hinunter geklettert und dann dort sogar mit kleinen Booten herumgefahren. War wieder einmal etwas ganz anderes und hat uns alle drei gut gefallen. Danach haben wir zufaellig Stefan und Ed in Fremantle getroffen und mit dene ausgemacht noch ins Casino zu gehen. Also haben wir den Abend in Burswood abgeschlossen und ein paar Dollar fuer die "Reisekasse" gewonnen.



Montag, 1. Februar 2010

Australian Open

Dieses Wochenende war es endlich soweit. Ein Jugendtraum geht in Erfuellung. Marlene und ich mit 3 Freunden sind nach Melbourne gepilgert um bei den Australian Open (AO) live dabei zu sein. Und das ist vielleicht nur ein Hilfsausdruck, weil um 20 Euro kann man bereits ins AO Gelaende kommen und sich Spiele auf den Nebenplaetzen ansehen. Wir aber, ueberspringen diesen Teil sofort und haben uns Karten fuer ein Halbfinale und das Finale der Herren gesichert. Wie ihr euch vorstellen koennt waren wir bereits seit Monaten nervoes. Auf meiner Seite weil dies wirklich ein Kindheitstraum war, seit dem ich mit meiner Oma fast jedes Spiel eines Grand Slam Turniers verfolgt habe wie ich noch klein war. Fuer Marlene, weil sie bitter enttaeuscht gewesen waere, wenn wir „ihren“ Roger nicht gesehen haetten.

Als weiteres Zuckerl fuer dieses verlaengerte Wochenende haben wir eine Staedtereise in eine wunderbare City dazu bekommen, und wir hatten auch Zeit diese zu erkunden. Melbourne ist wirklich sehr zu empfehlen, eine tolle Stadt, mit super Nachtleben, kulinarischen Leckerbissen und einem fast europaeischen Flair. Dieses Flair kommt hauptsaechlich davon, dass es in einem Tag 4 Jahreszeiten geben kann (hoert sich das nicht nach April in Oesterreich an?). Am Sonntag zum Beispiel war es am Vormittag wahnsinnig heiss und ploetzlich sind Mittag Wolken aufgezogen und es hat zu schuetten begonnen. Fuer uns Westaustralier ist das was ganz aussergewoehnliches, haben wir doch richtigen Regen schon seit Mitte November in Australien nicht mehr erlebt. Am Freitag wiederum war es wirklich kalt und die kurze Hose und Sandalen war eigentlich nicht das richtige Outfit, aber wen stoert das wenn er bei den Aussie Open ist?

Sportlich wurde es ein Leckerbissen der Sonderklasse. Die Tickets fuer Freitag in der Rod Laver Arena fuer die Twilight Session entpuppten sich zu einem absoluten Preisleistungsverhaeltnissonderangebot. Nicht nur, dass wir am Abend Roger Federer gegen Jo-Wilfried Tsonga in einem viel zu kurzen Match erlebt haben, bereits am Nachmittag ist es mit Spitzentennis losgegangen. Das erste Spiel in der Rod Laver Arena war das Damen Doppelfinale, das die Williams-Schwestern bestritten und natuerlich gewonnen haben. Obwohl die beiden Damen vielleicht nicht die Tennisgrazien schlechthin sind, sportlich sind sie eine Wucht. Danach, habe ich sofort alle Oesterreicher aus der Arena gejagt (mein Arbeitskollege Stefan mit seiner australischen Freundin und sein bester Freund Ed aus Oesterreich waren auch dabei) um am Margaret Court Platz ein Legendenmatch zu sehen. Und ihr werdet euch nicht vorstellen koennen, wen wir dort live erlebt haben. Thomas Muster hoechstpersoenlich. Wir waren alle begeistert, noch dazu da ich ihn noch nie in echt spielen hab sehen. Mit Todd Martin hat er im Doppel gespielt und natuerlich gewonnen. Diese Legendenmatches sind eher Gaudipartien und deswegen witzig anzusehen. Tom hat den Kasperl schlechthin gespielt, hat aber immer noch super Schlaege drauf, deswegen darf er das. Danach am gleichen Platz ein weiterer Leckerbissen. In einem Doppel mit je einem australischen Komoedianten und auf der einen Seiten Mats Wilander (!) und auf der Anderen Mansour Bahrami (!!), der Tennisclown. Bis jetzt habe ich den natuerlich auch nur mit meiner Oma im Fernsehen bewundern koennen, aber diesmal waren wir ein ganzes Spiel dabei. Und ihr muesst euch vorstellen, sogar Marlene hat gesagt, dass es ein total lustiges und nicht zu langes Tennismatch war (das kommt nicht immer vor). Da war das Halbfinale mit Roger nur noch eine Zugabe.

Am Samstag waren wir dann Sightseeing. Eine Rundfahrt am Yarra River sowie ein kleiner Stadtrundgang der am Abend natuerlich in den Gastgaerten und Lokalen der Stadt enden musste.

Sonntags waren wir dann aber 3 Uhr wieder im AO Gelaende und haben uns das ganze Rundherumprogramm angesehen. Natuerlich gibt es da hunderte Staende von den Sponsoren, eine Musikbuehne mit Livekonzerten, etc. Bis es zu regnen begonnen hat. Da ist es dann aber in der Rod Laver Arena schon losgegangen. Vor dem Herrenfinale war naemlich noch das Mixed Doppelfinale was wieder eine nette Zugabe war. Das Finale selber war einfach unglaublich. Spielerisch muss ich glaube ich nicht wirklich darauf eingehen, wenn der Koenig spielt, was will man sich erwarten (und Marlene hat sich so gefreut dass der Rodsch gewonnen hat, wie schoen). Aber die ganze Atmosphaere, das Jubeln der tausenden Menschen, die ploetzliche Stille, dann wieder die Zwischenrufe der Fans, alles eng gepackt in diesem Ereignis. Wunderbar. Es war wirklich ein unglaubliches Erlebnis. Schaut euch einfach die Fotos an auf unserer Picasa Seite, da seht ihr noch mehr.

Samstag, 16. Januar 2010

Afa -Australisch fuer Auslaender - Lektion 2

Heute lesen Sie den zweiten Teil unserer beliebten Reihe "Australisch fuer Urlauber und Zuwanderer". Dieses Mal wollen wir auch vermehrt auf die kulturellen Besonderheiten dieses Inselstaates eingehen.

Zuerst jedoch wieder ein paar Vokabeln fuer all die lernbegierigen zukuenftigen Urlauber:

arvo .. Nachmittag (Kurzform von afternoon, sehr gebraeuchlich)

dunny .. Plumpsklo

globe .. Gluehbirne (nicht zu verwechseln mit den in anderen anglo-amerikanischen Laendern gebraeuchlichen Vokabeln!)

bike .. Motorrad (nicht zu verwechseln mit..)

push bike .. Fahrrad

beamer .. BMW

Ta .. Danke (ausgesprochen[tah], aeusserst gebraeuchlich)

bogan .. Prolet

Um den Merkprozess zu vereinfachen noch ein paar naehere Erklaerungen dieser Vokablen (wobei wir auch gleich in den kulturellen Teil unseres heutigen Programms uebergehen):

Australier sind Spezialisten von Abkuerzungen und deswegen sind Woerter wie arvo und Ta sehr beliebt. Speziell dieses "Ta" bereitet Neuankoemmlingen oft lange Schwierigkeiten. Stellt euch vor ihr sollt ein kurzes Wort wie thanks noch mal abkuerzen und einfach zwei Buchstaben aneinander reihen. Ich habe am Anfang schon immer ein bisschen geschaut, wie sich Leute in der Arbeit mit diesem Winzlingswort fuer irgendeine Arbeit bedankt haben. Wenn man schon Probleme hat dieses Wort passiv aufzunehmen, dann ist es noch umso schwieriger, es selber auszusprechen und taeglich zu verwenden. Es konnte sich noch nicht wirklich in unserem Sprachgebrauch etablieren, obwohl es anscheinend zu Australien dazu gehoert.

Zum "beamer" ist noch zu sagen, dass der BMW das Ultimative fuer die Australier ist. Man hat es einfach geschafft wenn man mit einem beamer herumfaehrt, da geht nichts drueber! Oft ist es ja so, dass ein Land seine Lieblingsluxusmarke hat, hier ist es der BMW. In Subiaco glaube ich immer, dass es eigentlich der Porsche sein muss, weil so viele herumkurven. Der Jaguar ist ja bereits zu einem Mittelklassewagen verfallen, den kann sich ja heute jeder leisten ;-)
Wer was auf sich haelt, spart auf einen beamer, pasta.

Bei den Autonummernschildern ist den Australiern jeder Spielraum erlaubt. Alles darf man draufschreiben auf seine "rego" [redscho], wenn man zahlt. Marlene's Favorit ist immer noch eine totale Luxuskarre (einer Frau sei verzeiht, dass sie die Marke nicht erkannt oder gemerkt hat..) die sich mit dem Nummernschild "PAID CASH" schmueckt. Das ist fuer mich der ultimative westaustralische bogan (wie bei den Vokabeln schon erwaehnt - Lerneffekt!!). Die witzigsten Ideen haben da die Australier. Vielleicht werden wir wenn Alex hier ist uns ein bisschen mehr diesem Thema widmen und die kreativsten, im Februar gesehenen Nummernschilder, veroeffentlichen, das koennte eine gute Idee sein.
(Wer zum Teufel nimmt sich ein Nummernschild und schreibt "paid cash" drauf, unglaublich..)

Gestern bin ich mit Stefan fortgegangen in der Stadt, Marlene war mit Hannah (nicht Montana) aus Suedafrika in Subiaco unterwegs. Zum Dresscode beim Fortgehen ist Folgendes zu sagen: Fuer Maenner ziehrt sich ein Hemd immer, zur Zeit ist kurzaermelig erlaubt, und bitte nicht in die Hose stecken. In anderen Stadtteilen wie Northbridge, wo sich das Touristennachtleben abspielt, kann man auch weniger gestylt ausgehen. Aber sonst hat eigentlich fast jeder Mann ein Hemd an.

Fuer die Damen gibt es aber einen Dresscode, wenn man nicht als Auslaender auffallen will: Das Kleid ist ein Muss. Man findet (fast) keine Frau (und Maedel) beim Fortgehen ohne ein Kleid, egal welche Jahreszeit. Auch immer Winter zittern die Maedels mit ihrem stoffsparsamen Kleidchen vor den Lokalen in der Schlange. In einem Lokal gestern, wo auch getanzt wird , haben sich zwei Maedels als besonders tanzmotiviert erwiesen. Und die maennlichen Australier, freundlich wie sie sind, nehmen solche Einladungen gerne an. Jedoch hat sich ein Fehler eingeschlichen, der die Maenner etwas verunsichert hat. Die Maedels hatten beide eine Jeans an. Da sieht man sofort, das sind keine Australierinnen. Natuerlich machte sie das noch interessanter, wenn Exoten am Tanzparkett herumtollen. Unser Tipp, auch durch die blonden Haare, war Schweden, was dann auch gestimmt hat.

Also, liebe weibliche zukuenftige Besucherin, bitte das Kleidchen nicht vergessen, und die Maenner sollten nach Moeglichkeit einen BMW-Autoschluessel immer dabei haben, schadet nicht ;-)

Bis zum naechsten Mal wenn es wieder heisst "G'day mate, welcome to Australia"

cheers

Mittwoch, 13. Januar 2010

BREAKING NEWS

Gerade von meinem Morgenlauf zurück muss ich euch meine Freude sofort mitteilen. Ich laufe sehr oft am Morgen zu einem See, nur 1.2km von uns entfernt, wo ich meine Runden drehe. Dieser See ist überhäuft mit Tieren, tausenden Enten, hunderten schwarzen Schwänen, etc. (ehrlich, das kann Marlene bestätigen und mittlerweile auch Ilgi und Steffi).

Heute aber, kam das absolute Highlight. 43 Pelikane haben heute auf Lake Monger morgentlich gefrühstückt, welch ein Spektakel. Diese edlen Tiere sind ja nicht allzu oft anzutreffen und wenn doch, dann ist man von ihrer Eleganz, Größe und Schönheit einfach begeistert. Vor ein paar Monaten habe ich einmal 1 Pelikan gesehen, der sich gesonnt hat, da war ich schon ganz aus dem Häuschen. Ein paar Wochen später habe ich dann sogar zwei gesehen. Aber das heute war einmalig.

Sonntag, 10. Januar 2010

Sportwochenende

Dieses Wochenende haben Marlene und ich einen neuen persoenlichen Sportrekord aufgestellt. Wir haben fast 15 Stunden in den Sportarenen von Perth verbracht.

Am Freitag ging es los mit einem Basketballklassiker. Die Perth Wildcats, zur Zeit erster der Liga, haben es gegen die New Zealand Breakers aufgenommen, ein Titelfavorit erster Stunde. Gemeinsam mit unseren englischen Freunden Eddie und Phil und der neuseeländischen Freundin von Eddie, Kate ging es auf in den "Jungle", das Challenge Stadium. Das ausverkaufte Spiel wurde auch ein echter Thriller und die Wildcats haben um 4 Punkte gewonnen. Die Halle mit ca. 4000 Leuten kochte.


Am Samstag konnte ich es mir dann doch nicht nehmen lassen, Tickets fuer das Finale des Hopman Cups zu kaufen. Grossbritannien hat es doch glatt bis ins Finale geschafft und dort hat Spanien mit Tommy Robredo und Sanchez Martinez gewartet. Nachdem ich das Marlene nicht die ganzen fast 7 Stunden antun hab können, ist Stefan zu den beiden Einzeln mitgegangen und Marlene hat ihn dann zum entscheidenden Doppel abgeloest. Da hat doch glatt die junge Laura Robson die Spaniern geschlagen und Andy Murray hat gegen Robredo verloren. Am Ende hatten dann die Spanier das bessere Ende.

Insgesamt war ich über 7 Stunden im heissen Burswood Dome, das war dann auch genug für den Tag. Nach dem Basketballspiel am Freitag haben wir noch zu acht ein bisschen auf den Wildcats Sieg angestossen und das ist etwas länger und .. anstrengend .. geworden.

Heute Sonntag gings am Nachmittag zum Cricket. Für mich war das das erste live Cricketspiel überhaupt. Gottseidank hat mir Eddie ja schon vor ein paar Monaten die Regeln erklärt und ich bin mittlerweile "näher" an diesem fuer Normaleuropäer schwer begreifbarem Sport.

Westaustralien hat gegen Victoria gespielt in einem Twenty-Twenty Spiel. Jetzt weiter zu erklären würde wie bei jedem einzelnen Detail dieses Spiel jeden Blog, ja sogar jedes Buch, sprengen. Es war ein Kurzcricketspiel, das muss reichen. In 3 Stunden war alles vorbei. Normalerweise dauert ein Spiel ja mehrere Tage.

Die Australier haben es aber bereits nach 2 Stunden zu einem Alkoholspiegel geschafft, dass fast keiner mehr dem Spiel folgte sondern den ganzen Einlagen der anderen Zuschauer. Die "Wellle" ist da nur ein kleiner Teil, da werden Wasserbälle herumgeschossen, bis sie auf dem Spielfeld landen, leere Bierbecher aneinandergereiht bis sie über ein paar Meter lang sind, etc. Alles wird immer durch die Spielverderber unterbrochen, die "Securities". Für mich das Highlight war natürlich der Flitzer, der es über das ganze Spielfeld splitternackt geschafft hat. Die Zuschauer haben gejubelt, eine super Leistung.


Es war wieder mal ein tolles Wochenende hier in Perth. Wir sind schwer beschäftigt wie ihr sehen könnt.